In ihrem Grußwort hob die Innenministerin die Bedeutung des Polizeihilfs- und Unterstützungsfonds hervor. Neben ihr war aus dem Innenministerium auch Ingo Minnerop, der Leiter der Polizeiabteilung, der Einladung zum Sponsorenessen gefolgt.
Magdalena Finke dankte insbesondere Andreas Breitner und Karl-Hermann „Kalle“ Rehr für deren außergewöhnliches Engagement und Verdienste um den karitativen Verein. Die Entwicklung um die zunehmende Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten erfülle sie mit großer Sorge. „Schließlich handelt es sich hier um Menschen, die bereit sind, für die Sicherheit der Bürger notfalls sogar ihr Leben zu riskieren“, unterstrich Magdalena Finke. Es gehe nicht nur um Respekt, sondern auch um Wertschätzung. „Ich bin dankbar für unsere Polizei“, sagte die Ministerin.
Andreas Breitner seinerseits hob den großen Rückhalt hervor, den der „HUPF“ sowohl von der ehemaligen Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack als auch von der amtierenden Ministerin Magdalena Finke erfahren habe und aktuell erfahre. „Das stärkt ungemein den Polizeihilfsfonds und dessen Arbeit für Polizistinnen und Polizisten, die als Repräsentanten des Staates Schlimmes an Leib oder Seele erlitten hätten“, stellte Breitner fest. Seit seiner Gründung vor fast 25 Jahren habe der rein ehrenamtlich arbeitende Fonds in über 360 Fällen schwer verletzten Polizeibeamtinnen und -beamten Unterstützung durch Zuwendungen Hilfe geleistet und Gutes getan. Dabei wurden über 320.000 Euro ausgekehrt, rief der ehemalige Polizist in Erinnerung.
Still wurde es, als Tobias Braatz (Foto), ein 38-jähriger Polizeioberkommissar, in einem Interview mit der NDR-Journalistin Maike Jäger seinen buchstäblich schmerzhaften Einsatz im Jahr 2021 in Lübeck in Erinnerung rief, bei dem er eine schwere Schulterverletzung erlitten hatte. Detailliert schilderte Braatz den damaligen Einsatzverlauf, seine Verletzung, die ärztlichen Untersuchungen und Diagnosen sowie die Wochen und Monate der Behandlung und Unsicherheit nach den Geschehnissen. So habe ihn eine Ärztin im Krankenhaus nach einer genaueren Untersuchung und MRT nach seinem Beruf gefragt. Als er ihr das geantwortet habe, habe sie ihn mit ihrer Feststellung schon geschockt: „Ab jetzt sind Sie nicht mehr Polizist!“. Trotz erheblicher Verletzung und Operation an der Schulter sei der schlimmste Fall jedoch nicht eingetreten, berichtete Tobias Braatz, der vor seinem Wechsel zur Polizei als Pastor tätig war. „Nach den Geschehnissen bin ich dienstlich gut begleitet worden. Man hat sich um mich gekümmert“, ergänzt Braatz. Besonders wohltuend sei später für ihn die Unterstützung durch HUPF gewesen. „Die erste Kontaktaufnahme und die Gespräche mit Kalle Rehr (Foto) waren großartig. Ich konnte meine Geschichte noch einmal erzählen. Dabei wurde mir wurde verdeutlicht, dass das, was mir widerfahren war, nicht normal ist. Ich hätte nicht gedacht, dass die Wahrnehmung außerhalb der Polizei so sein könnte“, unterstrich Tobias Braatz. Und die Zuwendung des HUPF in Form einer einwöchigen unbeschwerten Kur- und Urlaubsreise hätten ihm und seiner Familie richtig gutgetan, sagte der Oberkommissar am Ende des Interviews.
In einem Interview mit Maike Jäger (Foto) zollte Alexander Bommes Tobias Braatz seinen Respekt. "Ich bin sehr beeindruckt von der persönlichen Geschichte von jemandem, der als Polizist Verantwortung übernommen hat und dabei zu Schaden gekommen ist, aber nicht geklagt hat", so der gebürtige Kieler. Es sei bedenklich, wie gesellschaftlich die Schere zunehmend auseinander gehe. „Der Respekt ist zur absoluten Einbahnstraße geworden“, zeigte sich Alexander Bommes besorgt, der sich sozial für die Stiftung „Dialogstark“ und damit unter anderem auch für eine neue Kultur des Miteinanders engagiert. Text/Fotos: Thomas Gründemann