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Ehemaliger Innenminister Andreas Breitner überreicht Zuwendung an verletzten Beamten: „Zeichen gesellschaftlicher Solidarität"

Lübeck - Yannick O. ist seit 13 Jahren Polizist. Der 3. Mai vergangenen Jahres wird dem heute 36-jährigen Beamten in schmerzhafter Erinnerung bleiben. Da war der Oberkommissar noch in Ahrensburg tätig, als am Abend eine Polizeistreife zum Parkplatz des dortigen Netto-Marktes gerufen wurde. Eine stark alkoholisierte Person mit einem 4-jährigen Kind war dort aufgefallen.

Beim Eintreffen von Yannick O. und seinem Kollegen am Einsatzort hatte sich der Mann als nicht mehr ansprechbar erwiesen und war offenbar nicht mehr in der Lage, auf sein Kind "aufzupassen". Auf Ansprache der beiden Beamten reagierte der Mann gleich aggressiv und distanzlos. „Er war überhaupt nicht zu einer Kooperation bereit“, erinnert sich O. Er ging auf die Beamten los und konzentrierte sich dabei auf den Oberkommissar, wollte ihn schlagen. Yannick O. versuchte seinerseits, die Attacke abzuwehren und den aggressiven Mann kontrolliert zu Boden zu bringen. Dabei kam es zu einer heftigen Rangelei mit fatalen Folgen, als der renitente Mann mit seinem Körper aufs gestreckte Bein des Beamten fiel. Yannick O. zog sich einen Abriss des vorderen Kreuzbandes, eine Fraktur des Schienbeinkopfes sowie ein Knochenödem im Schienbein und einen Muskelanriss zu und musste mit einem Krankenwagen zur stationären Behandlung in eine Klinik nach Hamburg verbracht werden. Erst Verstärkungskräften gelang es am Ende, den Randalierer zu fixieren und festzunehmen.

Für Yannick O. begann nach dem Einsatz eine strapaziöse und belastende Zeit: Mehr als sieben Monate war der Schutzpolizist anschließend dienstunfähig, spürt die Folgen der Verletzung noch bis heute und kann nach wie vor nicht im Außendienst arbeiten. „Im Februar bin ich zum zweiten Mal operiert worden. Jetzt arbeite ich daran, das Knie wieder vollständig strecken zu können“, berichtete O.

Exakt ein Jahr ist seit dem Einsatz vergangen. Nun erhielt der Schutzpolizist, der nach Hospitation mittlerweile fest auf der Regionalleitstelle der Polizeidirektion Lübeck tätig ist, vom Hilfs- und Unterstützungsfonds (kurz „HUPF“) eine Kur- und Betreuungsmaßnahme als Zuwendung. Andreas Breitner (Vorsitzender) und Karl-Hermann Rehr (Schatzmeister) waren dafür nach Lübeck gekommen Der „HUPF“ ermöglicht Yannick O., seiner Frau, die ebenfalls Polizistin ist, und dem zweijährigen Sohn einen gemeinsamen 7-tägigen Aufenthalt im CenterParc in der Lüneburger Heide.

Von den Schilderungen des Beamten zeigten sich Andreas Breitner und Karl-Hermann Rehr betroffen. „Die damaligen Geschehnisse mit der schweren Verletzung von Yannick O. unterstreichen einmal mehr die besonderen Gefahren, denen Polizistinnen und Polizisten im Streifen- und Einsatzdienst gerade bei sogenannten Alltagseinsätzen ausgesetzt sind“, so der Vorsitzende des Hilfs- und Unterstützungsfonds.

Die Beamtinnen und Beamten seien Repräsentanten des Staates, zu deren Alltag es gehöre, im Dienst rund um die Uhr Ad-hoc-Entscheidungen zu treffen und sich in vorhersehbare und überwiegend auch unvorhersehbare Gefahren zu bringen, so der ehemalige Innenminister. „Genau deshalb brauchen Polizistinnen und Polizisten die uneingeschränkte gesellschaftliche Rückenstärkung. Beleidigungen, Drohungen und Angriffe jedweder Art auf Einsatzkräfte sind nicht hinnehmbar“, stellte Andreas Breitner fest.

Die Zuwendung durch den HUPF könne weder eine Verarbeitung des Erlebten noch eine Wiedergutmachung darstellen. „Sie ist aber ein wichtiges Zeichen gesellschaftlicher Solidarität, denn die Spenden für den Hilfsfonds stammen vor allem von Bürgerinnen und Bürgern, die sich der Arbeit der Polizei verpflichtet fühlen“, berichtete Karl-Hermann Rehr.

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