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Andreas Breitner (Polizeihilfsfonds) fordert uneingeschränkte gesellschaftliche Rückenstärkung für Polizisten

Neustadt i.H. – Ein vermeintlicher Routineeinsatz in Neustadt endete Dienstagabend für zwei Polizeibeamte mit einer Behandlung in einem Krankenhaus. Wegen eines Arbeitsunfalls waren die Ordnungshüter des Neustädter Polizeireviers gegen 18.15 Uhr herbeigerufen worden. Eingetroffen am Einsatzort, der Wohnanschrift eines Ostholsteiners, der im Verdacht stand, im Kreis Plön eine Körperverletzung begangen zu haben, wehrte sich dieser massiv gegen die polizeilichen Maßnahmen.

 Nach derzeitigem Erkenntnisstand habe sich der 30-Jährige gegen die polizeilichen Maßnahmen gesperrt und sogar einen Polizisten die Treppe hinuntergestoßen. Dem anderen Polizisten trat er ins Gesicht. Erst mit Unterstützung weiterer Polizeikräfte konnte der Mann, der sich weiter erheblich wehrte, unter Kontrolle und in ein Krankenhaus verbracht werden. Da sich während des Einsatzes der Hinweis auf den Konsum von Betäubungsmitteln ergeben habe, sei vom Amtsgericht Lübeck die Entnahme einer Blutprobe angeordnet und von einer Ärztin in einem nahegelegenen Krankenhaus entnommen worden, so die Pressestelle der Polizeidirektion Lübeck. Die als Folge der Widerstandshandlungen des Mannes leicht verletzten Polizisten wurden anschließend in einem Krankenhaus versorgt.

In der Wohnung des Mannes hätten die Einsatzkräfte laut Polizei eine größere Menge Betäubungsmittel entdeckt. Insgesamt seien fast 500 Gramm Kokain und jeweils über zwei Kilogramm Cannabisblüten sowie Haschischplatten festgestellt worden. Wegen des Verdachts einer Straftat nach dem Betäubungsmittelgesetz sei der Neustädter vorläufig festgenommen und nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen am Mittwochmorgen wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden. Die Kriminalpolizei in Neustadt führt die Ermittlungsverfahren sowohl wegen des Verdachts eines Verstoßes nach dem Betäubungsmittelgesetz sowie des Widerstands gegen Polizeivollzugsbeamte.

 

Seit Jahren liegt die Polizeidirektion Lübeck bei den registrierten Attacken auf ihre Beamtinnen und Beamten vorn. Trotz eines leichten Rückgangs im Vergleich zu 2024 war dies auch im vergangenen Jahr der Fall. So wurden laut Polizeilicher Kriminalstatistik im Jahr 2025 in der Polizeidirektion Lübeck, zu deren Zuständigkeitsbereich die Hansestadt und der Kreis Ostholstein gehören, insgesamt 307 Aggressionsdelikte gegen polizeiliche Einsatzkräfte erfasst. Das waren145 Widerstandshandlungen und 157 Angriffe sowie vier gefährliche Körperverletzungen und eine Körperverletzung zum Nachteil von Polizistinnen und Polizisten.

Einen auffälligen Anstieg bei den Attacken auf Polizistinnen und Polizisten verzeichnete der Kreis Ostholstein im vergangenen Jahr. 88 Taten, und damit 15 mehr als 2024, wurden erfasst. Neben 42 Widerständen waren es 45 Angriffe und eine Körperverletzung.

„Die Geschehnisse in Neustadt unterstreichen einmal mehr die besonderen Gefahren, denen Polizistinnen und Polizisten im Streifen- und Einsatzdienst gerade bei sogenannten Alltagseinsätzen ausgesetzt sind“, zeigte sich Andreas Breitner, der Vorsitzende des Hilfs- und Unterstützungsfonds der Polizei (HUPF), betroffen.

Die Beamtinnen und Beamten seien Repräsentanten des Staates, zu deren Alltag es gehöre, im Dienst rund um die Uhr Ad-hoc-Entscheidungen zu treffen und sich in vorhersehbare und überwiegend auch unvorhersehbare Gefahren zu bringen, so der ehemalige Innenminister. „Und oft ist es nur glücklichen Umständen zu verdanken, dass es nicht zu noch schlimmeren Verletzungen kommt. Genau deshalb brauchen Polizistinnen und Polizisten unsere uneingeschränkte gesellschaftliche Rückenstärkung. Beleidigungen, Drohungen und Angriffe jedweder Art auf Einsatzkräfte sind zu ächten“, stellte Andreas Breitner fest.

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